Leserbrief an die Rheinische Post zu dem Artikel:

"Politiker kritisieren Stellenkürzung" vom 06. November 2017

Nun haben auch die SPD und die Grünen den Abbau der Sozialarbeiterstellen für die Betreuung der Flüchtlinge in Xanten kritisiert. So stellte Maria Schönfelder von der SPD fest, dass die Arbeit für die rund 250 Menschen künftig nur noch mit zwei professionellen Betreuern durchzuführen, nicht machbar sei.

Die CDU mit Bürgermeister Thomas Görtz bleibt dennoch bei der Vorstellung der Stadt eine Stelle in der Flüchtlingsberatung einzusparen. Die Begründung von P. Gasseling (CDU), dass bestimmte Arbeiten auch ehrenamtliche Mitarbeiter übernehmen könnten und seine Aussage "einen Antrag auf Kindergeld muss kein Hauptamtlicher schreiben", erscheint doch den ehrenamtlich Tätigen reichlich zynisch.

Viele Xantener Bürger und Bürgerinnen sind schon seit langer Zeit aktiv in der Unterstützung und Betreuung von Flüchtlingen tätig. Diese Arbeit geschieht freiwillig und mit hohem Engagement. Dieser Unterstützergruppe können keine Aufgaben zugesprochen werden, die verantwortbare professionelle Kenntnisse und exakte Angaben erfordern.

Müssen wir jetzt in Xanten befürchten, dass in sozialen Bereichen wie Kindergärten, Jugendhilfe oder Altenpflege weiter Stellen gekürzt werden mit dem Vorschlag, das können doch Ehrenamtler übernehmen? Oder bezieht sich der Vorschlag von Herrn Gasseling nur auf die Flüchtlingshilfe? Da scheint dann das Ehrenamt für bestimmte Aufgaben auszureichen!

Der Arbeitskreis Asyl Xanten lädt ein zum Spielfilm „Verbotene Liebe“ aus Afghanistan

 

17. November 2017 um 19.00 Uhr

 

in den Kriemhildsaal an der Kurfürstenstr. 9 in Xanten
(Zugang ist über den Ziegelhof)

Eintritt frei

 

Der Afghanische Flüchtling Sayed Omid Sami aus Alpen hat den Film von 2011 - 2013 in Kabul gedreht.

Es ist ein Liebesfilm mit politischem Hintergrund. Der Produzent und gleichzeitige Schauspieler wurde nach der ersten Aufführung bedroht und hat Afghanistan daraufhin verlassen.

Er zeigt die unglückliche weil verbotene Liebesgeschichte zwischen einem Moslem und einer jungen Hindu in Kabul. Die politischen Hintergründe und die von Gewalt und Willkür geprägten Verhältnisse in Afghanistan wurden thematisch mit in den Film eingearbeitet. Omid Sami musste nach der Premiere des Films Afghanistan verlassen, da er Hassnachrichten erhielt und von den Taliban bedroht wurde.

Im Anschluss an den Film ist eine Diskussionsrunde vorgesehen und Sayed Omid Sami steht für Fragen zu Film und Afghanistan zur Verfügung.

Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

http://www.nno.de/2017/…/ein-film-der-in-einer-flucht-endet/


 

 

Es geht weiter - Die Fördergelder wurden genehmigt

Alle Teilnehmerinnen mit ihren Kindern, das Dozentinnen-Team und der Arbeitskreis Asyl freuen sich über die Nachricht.

Wir berichteten über das erfolgreiche Projekt des Arbeitskreises Asyl, Mütter aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern mit ihren Kindern die Chance zu geben, die Deutsche Sprache zu erlernen. Seit dem 1. Juni bis zu den Herbstferien, fanden die ersten Kurse mit Kinderbetreuung in der ehemaligen Förderschule statt.

Nun geht es bis März weiter. Gefördert wird dieses Projekt durch private Spenden und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das jetzt weitere Fördergelder bereitstellte.

Ein großer Dank aller Beteiligten


 

 

Xanten

Arbeitskreis Asyl entsetzt über Sparpläne der Stadt

Flüchtlinge brauchen professionelle Unterstützung.

Die Zahl der Flüchtlinge geht zurück, und die Stadt plant Kosteneinsparungen durch die Reduzierung des Betreuungspersonals (die Redaktion berichtete). Aber das ruft Barbara Kleinpaß und Wolfgang Schneider vom Arbeitskreis Asyl auf den Plan. Die städtischen Pläne greifen zu kurz, erklären die Beiden im Gespräch mit der Redaktion. Schneider: "Hinter den von der Stadt vorgelegten aktuellen Zahlen zur Entwicklung der Flüchtlinge in Xanten stehen Menschen mit ihren ganz persönlichen Schicksalen."

Kleinpaß und Schneider nennen Beispiele, erzählen von dem jungen Mann aus Afghanistan, der durch lange Verfahren in steter Angst lebe, ob er bleiben kann. Oder die neu angekommene Ehefrau mit Kindern aus Syrien, die nach zwei Jahren Wartezeit endlich ihren Ehemann wiedersieht und in einem völlig fremden Land zurecht kommen will. "Da gibt es den als Flüchtling anerkannten jungen Mann aus dem Iran, der Arbeit und Wohnung sucht und weiterhin als so genannter Fehlbeleger aufgrund von Wohnungsnot in einer städtischen Unterkunft lebt", erzählt Barbara Kleinpaß. Und: Da gebe es einen asylberechtigten Mann aus Eritrea, der seine Familie seit über zwei Jahren nicht gesehen hat und immer wieder durch Anträge und Formulare versucht, dass Ehefrau und Kinder endlich kommen können..

Sie alle bräuchten Unterstützung und fachkompetente Beratung. "Jeder, der schon einmal einen Antrag fürs Jobcenter, für die Kindergeldkasse oder für die Anerkennung von Berufsabschlüssen ausfüllen musste, weiß, wie kompliziert die Bürokratie ist und was dort verlangt wird", so Barbara Kleinpaß. Und das sei doppelt schwierig mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen."

Die Zahl der Flüchtlinge sei vielleicht zurückgegangen, die Arbeit, die geleistet werden müsse, damit Integration gelinge, sei aber geblieben und könne nicht von Ehrenamtlern übernommen werden. Hier sei professionelle Hilfe gefragt, wie sie bisher von drei sehr gut qualifizierten Kräften im Auftrag der Stadt geleistet werde: "Der Arbeitskreis Asyl, dessen Mitglieder weiterhin in ihrer Freizeit ehrenamtliche Hilfe leisten, ist entsetzt angesichts dieser angekündigten Einsparungen an professioneller Unterstützung."

(jas)

 

 

2. November 2017

Über den Erfolg des Sprachkurses für „Frauen mit Kinderbetreuung“

 

Am 1. Juni 2017 startete in den Räumen des leerstehenden Förderzentrums an der Johannes-Janssen Str. 11 in Xanten der neue Sprachkurs für Frauen mit Kindern.

 

„Das Projekt des Arbeitskreises Asyl in Xanten ist bisher einzigartig. Es gibt keinen anderen Anbieter der junge Mütter in der Form unterstützt und fördert, obwohl es enorm wichtig ist, ihnen so eine Chance zu bieten“, berichtet Dr. Wolfgang Schneider vom AK-Asyl. „Gefördert wird dieses Projekt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und durch private Spenden und wir hoffen, dass wir es nach den Herbstferien weiterführen können.“

 

Seit dem Start im Juni besuchen 20 Mütter im Alter von 25 bis 35 Jahren - aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern - drei bis vier mal in der Woche vormittags den Unterricht. Das Dozentinnen-Team bilden Daniela Postler und Alexandra van Bebber, unterstützt werden sie von Elke Aaldering und Nadine Kretschmer.

28. Oktober 2017

Basel El Ebrahim startet durch

 
Basel ist einer der hoffnungsvollen Flüchtlinge, die intelligent, aufgeschlossen, wissbegierig und dabei angenehm im Umgang mit anderen Menschen sind.
 
Viele Xantener – ob sie mit Flüchtlingen zu tun haben oder nicht – haben ihn in den knapp 2 Jahren, die er nun in Xanten ansässig ist, kennen und schätzen gelernt. Er hat konsequent seine Zeit genutzt, um die deutsche Sprache möglichst perfekt zu erlernen. Wen wundert’s, dass er heute kaum noch als Flüchtling zu identifizieren ist. Schließlich ist er als zertifizierter Englischlehrer prädestiniert, um Fremdsprachen systematisch anderen und auch sich selbst beizubringen.
 
Trotz aller Bemühungen und den festen Willen, eine adäquate Arbeit zu finden, waren die Aussichten lange Zeit schlecht, bis er sich an die Arbeitsgruppe Schule & Beruf wandte. Basel war klar geworden, dass die Chance auf ein Lehramt sehr gering ausfiel. Im gemeinsamen Gespräch kristallisierte sich heraus, dass auch eine Banklehre in Frage käme. So wurde im März der Kontakt zur Volksbank Alpen aufgenommen, die bereits Anfang 2015 ihre Bereitschaft erklärte, Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Seinerzeit war jedoch aufgrund der noch allgemein vorherrschenden Sprachschwierigkeiten aller frisch eingetroffenen Flüchtlinge an eine Ausbildung nicht zu denken.

28. September 2017

„Guten Tag, wie darf ich Ihnen weiterhelfen?“

Der freundliche junge Mann auf der anderen Seite des Schalters lächelt, was man ihm nicht anmerkt: Die deutsche Sprache hat er erst vor Kurzem gelernt.

Basel Al Ebrahim startet seine Ausbildung als Bankkaufmann bei der Volksbank Niederrhein. Nach seiner zweiwöchigen Hospitation im September diesen Jahres in der Geschäftsstelle Alpen, hat der Volksbank-Chef Guido Lohmann ihm spontan einen Ausbildungsplatz angeboten.

Dem 29-Jährigen Syrer, der erst seit anderthalb Jahren in Deutschland lebt, steht die Freude immer noch ins Gesicht geschrieben: “Ich kann es immer noch nicht fassen und bin total begeistert eine solche Chance erhalten zu haben, ich weiß das sehr zu schätzen und freue mich auf meine Herausforderung“.

Al Ebrahim gehört ab dem 01. Oktober 2017 in das Ausbildungsjahr der Azubis, die im August 2017 gestartet sind. „Er ist wissbegierig, engagiert und ein absolutes Sprachgenie“, findet Ausbildungsleiterin Viviane Prohl. Al Ebrahim genoss bereits in Syrien eine gute Ausbildung und ist Dipl. Pädagoge, er unterrichtete mehrere Jahre als Englischlehrer.

Inga Tenberg von der Geschäftsstelle Alpen und Dieter Kösters, Betriebsratsmitglied, sind sofort auf den neuen Hospitanten aufmerksam geworden und sind sich einig: „Er ist während seiner Hospitation nicht nur uns Kollegen positiv aufgefallen, auch viele Kunden haben ihn sofort ins Herz geschlossen. Al Ebrahim verfügt über wesentliche Kenntnisse die ein Kundenberater heutzutage mitbringen muss, seine guten Servicequalitäten und Menschenkenntnisse haben uns sofort fasziniert“.

Text:

Volksbank Niederrhein eG
Bereich: Presse / Öffentlichkeitsarbeit
Kurt Kröll / Amra Kurz


 

 

 

Im Arbeitskreis Asyl Xanten ist seit 2 Jahren eine kleine Gruppe hilfsbereiter Xantener aktiv. Sie setzen alte Fahrräder in Gang und geben sie an Bedürftige, damit der Alltag erleichtert wird.

Wer kann hier unterstützen?

Wir suchen Menschen, die hin und wieder gemeinsam mit uns einfache Reparaturen durchführen. Eine kleine Werkstatt ist vorhanden.

Wer kann uns Fahrräder schenken, die noch in passablem Zustand sind?

Bitte beim Arbeitskreis Asyl melden unter Tel. 02801-986741


 

Aufruf von 100 Trägerinnen und Trägern
des Bundesverdienstkreuzes:
Enquete-Kommission „Fluchtursachen“ einsetzen!

100 Trägerinnen und Träger des Bundesverdienstkreuzes, unter ihnen auch Dr.Wolfgang Schneider aus Xanten, fordern gemeinsam den Deutschen Bundestag auf, eine Enquete-Kommission „Fluchtursachen“ einzurichten. Mit dem Aufruf werden die zur Bundestagswahl antretenden Parteien gebeten, die Forderung in ihre Wahlprogramme aufzunehmen und sie nach Konstituierung des Bundestages umzusetzen. „Die Kommission soll untersuchen, wie Deutschland weltweit zu Fluchtursachen beiträgt und Maßnahmen sowie gesetzliche Initiativen vorschlagen, wie dies vermieden oder dem entgegengewirkt werden kann“, heißt es in dem Aufruf.

Deutschland habe 2015 nahezu eine Million Flüchtlinge aufgenommen und bemühe sich um ihre Integration. Dies werde begrüßt. Allerdings habe sich die Politik seither lediglich darauf konzentriert, möglichst schnell die Flüchtlingszahlen in Deutschland zu reduzieren. „Zwar wird beteuert, wie notwendig es sei, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Eine umfassende und parteiübergreifende politische Initiative gibt es jedoch für diese längerfristige Aufgabe bisher nicht“, so der Aufruf. „Europaweite Initiativen sind notwendig, aber auch nationales Handeln.“

Initiiert haben die Aktion der Bürgerrechtler Ralf-Uwe Beck, der ehemalige Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer, sowie die Ehrenvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt.